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Zwischen Hellseherei, Kräuterkunde, Heilung und Zauber
Der Begriff Hexe stammt vom Althochdeutschen Hagazussa, dieses bedeutet "die Zaunreiterin". Mit dieser bildhaften Bezeichnung ist ein Wesen
gemeint, dass die Grenze zwischen dem geschützten Innenbereich und dem unerforschtem Außenbereich überschreiten kann. Wer das nach Belieben kann, wer
vermitteln kann zwischen irdischen Geschöpfen und magischen Kräften, der übt auf seine Mitmenschen eine beängstigende, bedrohliche, aber auch anziehende
Wirkung aus.
Die Hexerei wird etwas anders definiert als die allgemeine Zauberei der Magie. Während der Magier Götter und Göttinnen, Engel, Astralwesen, Elementarwesen,
Tiere, Symbole, Planetenwesen oder Dämonen beschwört, um einen Kontakt zu erstellen, geht die Hexe einen Bund mit einer allgemeinen magischen Macht
ein, die um Unterstützung gebeten wird.
Hexenzauber, Hexenpflanzen und Zauberrituale
Hexenkräuter

Die meisten der so bezeichneten Hexenpflanzen gehören zur Familie der Nachtschattengewächse. Zu diesen Hexenkräutern zählen Pflanzen wie die
das Bilsenkraut, die Christrose, der Eisenhut und die Tollkirsche. Eine Große Anzahl der Nachtschattengewächse entfaltet ihre Kraft in einem
bestimmten Stadium. So sind die unreifen Kartoffeln und Tomaten für den Verzehr nicht geeignet, als Lieferanten für Pflanzenwirkstoffe jedoch im
richtigen Stadium.
Weiße Christrose
Hexenkräuter, Wirkung der Pflanzen
Die Nachtschatten-Gewächse wurden zur Herstellung der wirkungsvollen Hexensalben verwandt. In dieser Form - gebunden im Öl von
Johanniskraut - war die Substanz lange haltbar, und geeignet, die Wirkstoffe schnell über die Haut in das Blut abzugeben. Die Salben wurden
besonders an den zum Herzen leitenden Blutgefäßen wie Hand- und Fußgelenken und an der Halsschlagader aufgetragen.
Diese Pflanzen enthalten Alkaloide, Skopolamin oder Atropin und haben dadurch halluzinogene Wirkungen: sie rufen Träume oder
veränderte Körperwahrnehmungen hervor. Diese Wahrnehmungen richten sich nach der persönlichen Ausrichtung des Anwenders: bei ängstlichen Menschen
kann die Angst gesteigert werden, bei mutigen Menschen kann es zu erheblichen Selbstüberschätzungen der eigenen Kraft und Möglichkeiten kommen.
Häufig wird auch eine völlige Losgelöstheit, wie das Gefühl des Fliegens hervorgerufen. Die im Winter blühende Schattenpflanze Weiße Christrose
und der Fliegenpilz sind neben dem Mutterkorn die ältesten halluzinogenen Pflanzen. Die Pflanzen-Wirkung wurde über das Blut aufgenommen, indem
sie mit Ölen gemischt zu einer Hexensalbe verarbeitet und auf die Haut aufgetragen wurden.
Aphrodisiaka oder Aphrodisia
Diese Pflanzen werden auch als Aphrodisiakum genutzt, die aphrodisierende Wirkung wird hier - anders als bei chemischen
Präparaten - über die Steigerung der erotischen Phantasien erzeugt. Ein Aphrodisiaka oder in einer anderen Schreibweise Aphrodisia wird als
Lustanregendes Mittel bezeichnet. Die griechische Liebesgöttin Aphrodite stand für diesen Namen Patin. Das Nachtschattengewächse Alraune wurde
seit Aufzeichnung der Geschichte als Aphrodisiakum genutzt, von einem Gebrauch ist allerdings strengstens abzuraten. Die giftigen Alkaloide
wie Atropin und Scolpolamin forderten viele Todesopfer in der Geschichte dieser Pflanze als Aphrodisiakum.
Wie wirken Aphrodisiaka?
Aphrodisiaka bzw Aphrodisia unterscheiden sich vom Grundsatz von potenzfördernden Mitteln. Diese aphrodisierenden
Substanzen regen die Sinnlichkeit und das Lustempfinden an, sind also gleichermaßen für Frauen und Männer wirksam. Jede Kultur hat für sich eigene
Substanzen mit erotisierender Wirkung entdeckt. So entdeckten die Azteken die aphrodisierende Wirkung der Kakaobohne und entwickelten die Speise
der Lust: die heutige Schokolade. Im Orient zählt Kardamom zu den beliebtesten Gwürzen mit lustanregender Wirkung, die ätherischen Öle sind bei dieser
Würzpflanze verantwortlich für die aphrodisierende Wirkung. Zu allen Zeiten gab (und gibt es) Bewirtungsstätten, die
"Rezepte der Liebe" zu ihren Spezialitäten zählten und zählen. Die mit dem richtigen Wissen zubereiteten Speisen
sind anregend für denKörper, die Seele und den Geist. Viele dieser aphrodisisch wirkenden Kräuter, Wurzeln und Blüten rücken wieder in den Vordergrund.
Die sinnliche Komponente des Würzens wird besonders von Spitzenköchen und noblen Restaurants forciert, Kochbücher legen alte Liebesrezepte
wieder auf, und Tees und Liköre aus aphrodisierenden Pflanzen werden angeboten.
Hexenzauber
Hexe und Zauber, diese Begriffe haben zusammengefunden, weil dem Außenstehenden unverständlich erschien, welches Wissen und Erfahrung um die
Anwendung von Kräutern nötig war. In den unaufgeklärten Zeiten war man nur zu schnell bereit, die Heilung einer mysteriösen Krankheit mit
übernatürlichen Mächten in Verbindung zu bringen. Hexen und Hexer kennen die Pflanzen und die
 Wirkungsweisen, und folgen den Gesetze der Natur
in ihrem natürlichen Rhythmus: Das Sammeln von Heilpflanzen war schon immer die Grundlage erfolgreicher Hexenarbeit. Hexe und Hexer besitzen
spezielles Wissen, und wurden in früheren Zeiten ihrer Erfahrungen wegen als Heilerinnen bei Krankheiten und Geburten herbei gebeten.
Der Hexenzauber oder die Hexenmagie beruht auf der Kenntnis von Natur und Leben, Hexenzauber ist der Einsatz von der Auswahl der richtigen
Kräuter oder Wurzeln, Blüten oder Samen, gemeinsam mit dem Aufrufen der magischen Machte. Die magischen Kräfte können dem Begehr nach
der gewünschten Wirkung Nachdruck verleihen, sie sind in der Lage, die Wirkung eines Rezeptes zu einem hochwirksamen Hexenrezept zu steigern.
Die hoch spezialisierten, empfindsamen Hexen und Hexer, die sich den Blick für Zusammenhänge erworben haben, die entsprechende Studien betrieben
haben um die Substanzen - und die Zeit und Art der Anwendung - zu Erforschen, die mit magischen Kräften Kontakt herstellen und dieses Wissen zum
Wohle der Menschheit anwenden, können Bewirken, dass empfindliche Menschen von ihren Krankheiten dauerhaft geheilt werden.
Zauberrituale: Glück, Liebe und Schönheit
Glückszauber, Schönheitszauber und Liebeszauber sind die Zaubersprüche, die von der Hexe am häufigsten erfleht wurden und werden. Diese Wünsche sind
nicht mit Kräutern allein zu erfüllen. Immer müssen bei diesen Ritualen bestimmte magische Kräfte
 einbezogen
werden. Ein solcher Zauber kann nicht
auf eine Person allein angewandt werden. Die Vorraussetzungen in der Natur, in der Zeit und in den Personen sind entscheidend für ein Gelingen
dieser Wünsche.
Sommersonnenwende, Tagundnachtgleiche und Wintersonnenwende sind nicht nur Hexenfeiertage, sondern an diesen Tagen entfalten die Beschwörungen
besondere Kräfte. An diesen Tagen ist die benötigte magische Unterstützung leichter zu kontaktieren. Die Wünsche zur Mittsommernacht werden begleitet
von Tanz- und Sing-Ritualen.
Zu den Werkzeugen der Hexen gehören Zauberstäbe, Räucherschalen, Kelche, Ruten, Karten und der Hexenaltar. Jeder spezielle Zauber, jedes Ritual
erfordert die dafür geeigneten Hilfsmittel, um die notwendigen magischen Kräfte entfalten zu können. Diese erprobten Rituale sollen die Kräfte
sensibilisieren, die den Menschen umgeben, der die Anwendung wünscht, um diese Energien zur Unterstützung zu nutzen.
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